Doozer: frisches Geld für die Handwerker-Plattform

Wirtschaftswoche    17.08.2017

Schneller sanieren: Die Berliner bringen Handwerker und Wohnungswirtschaft zusammen. Dafür gibt es jetzt 3,5 Millionen Euro – auch vom Energiekonzern Innogy.

 

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Handwerker finden, beauftragen, beaufsichtigen, abrechnen: Diesen Prozess will die Plattform Doozer für Anbieter aus der Wohnungswirtschaft digitalisieren und wirbt damit, dass so Wohnungen deutlich schneller renoviert und wieder vermietet werden können. Investoren stecken jetzt 3,5 Millionen Euro in das 2014 gegründete Start-up. Insgesamt haben die Berliner damit nach eigenen Angaben fünf Millionen Euro von Geldgebern eingesammelt.

Das Geld stammt von einer Reihe Business Angels, darunter etwa eDarling- und Nebenan.de-Gründer Christian Vollmann sowie Thermondo-Mitgründer Kristofer Fichtner. Erstmals holt sich Doozer jedoch auch einen Venture-Capital-Investor an Bord: Die Beteiligungsgesellschaft des Essener Energiekonzerns Innogy steigt bei dem Start-up ein. „In der Digitalisierung der Immobilien- und Handwerkerbranche sehen wir ein sehr großes Potential und glauben neben dem Kapital, Doozer mit unserem starken Netzwerk einen weiteren Mehrwert schaffen zu können“, sagt Mischa Wetzel, Investment-Partner bei Innogy Ventures.

Die Finanzierung soll dabei helfen, das Produkt weiter auszubauen. Unter anderem sollen demnächst auch Versicherungsschäden und kleinere Reperaturen in Zukunft digital abgewickelt werden. Daneben will Doozer zukünftig auch semi-professionelle Eigentümer erreichen – Vermieter, die bis zu fünf Wohnungen besitzen und verwalten.

 

Digitale Fundament der Branche fehlt

Das Geld soll jedoch auch dazu dienen, die Dienstleistung des Start-ups überhaupt erst einmal in der Branche bekannt zu machen – aktuell spürt die Berliner noch die Mühen langer Vertriebszyklen. Die Finanzierungsrunde helfe daher auch, Doozer „in einer Branche zu etablieren, in der viele glauben, sie könnten sich mit der Digitalisierung ruhig Zeit lassen“, sagt Gründer Nicholas Neerpasch.

Er sieht den Entwicklungsstand der Branche noch skeptisch: „Kaum einer hier kann sich vorstellen, dass es der Immobilienwirtschaft auch nur annähernd so ergehen könnte wie den Zeitungen, dem Handel oder jüngst den Banken. Selbst Vorstände verstehen die gewaltigen Veränderungskräfte erst, wenn wir ihnen Beispiele zeigen“, so Neerpasch.

Andere Start-ups rund um die Immobilienwirtschaft hatten Anfang dieser Woche verkündet, eine eigenständige Fachgruppe unter dem Dach des Bundesverbands Deutsche Start-ups gegründet zu haben. Auch hier ein festes Ziel: Die Aufmerksamkeit für die Belange der Branche zu erhöhen. Sogenannte Proptechs, also Start-ups mit Technologie rund um die Immobilienbranche, konnten in den vergangenen Monaten einige Finanzierungen verkünden.