Fangt einfach an: Die Plattform Doozer

Sabine Elsässer    09.10.2017

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Stellen Sie sich und das Startup DOOZER doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Nicholas Neerpasch, ich bin 40 Jahre alt, verheiratet und habe zwei wunderbare Kinder. Als Dipl.-Ing. Architekt mit einem Bachelor of Arts begann ich meine Karriere 2001 als Mitarbeiter im renommierten Architekturbüro Zaha Hadid Architects in London. Im Anschluss arbeitete ich sechs Jahre lang für Ernst & Young in Berlin. Dem Thema Immobilienwirtschaft bin ich dabei treu geblieben. Die Branche hat mich einfach interessiert. Darum gründete ich 2012 mein erstes eigenes Unternehmen, die acht+ Baumanagement und Immobilienberatung GmbH und schloss mich danach als geschäftsführender Gesellschafter der GFP Gruppe an. 2014 gründete ich dann die Doozer Real
 Estate Systems GmbH. Inzwischen arbeitet bei Doozer ein dynamisch wachsendes Team – organisiert in die Abteilungen Produktentwicklung & IT, Service & Support, Vertrieb & Marketing sowie Finanzen & Controlling.

Mit derzeit 20 Mitarbeitern betreiben wir mit www.doozer.de eine Softwareplattform, die die Sanierung und Modernisierung im Innenausbaubereich von Wohnungen für Wohnungsunternehmen zeit- und kostenminimal möglich macht. Doozer ist damit die erste Plattform für eine cloud-basierte Abwicklung professioneller Modernisierungsmaßnahmen. Der komfortable Technologie- und Vertriebsvorsprung bietet uns die Chance, der B2B-Marktführer mit dauerhaften Kostenvorteilen zu werden. Insgesamt verwaltet Doozer aktuell die Sanierungs- und Modernisierungsaufträge von rund 200.000 Wohneinheiten. Der Erfolg ist der beste Beweis, dass die Lösung unsere Zielkunden wie etwa die LEG Immobilien AG überzeugt. Ziel ist es dieses Model sukzessive auf dem Privatkunden zur Verfügung zu stellen.

 

Wie ist die Idee zu DOOZER entstanden?

Mit meinem vorherigen Büro haben wir etwa 1.000 Wohnungssanierungen im Jahr gesteuert, begleitet und dabei die bestehenden, ineffizienten Beauftragungsprozesse von Sanierungsarbeiten in leerstehenden Wohnungen irgendwann als nicht mehr zeitgemäß empfunden. Folglich haben wir für unsere eigenen Projekte eine einfache Softwarelösung entwickelt, die die Prozesse digital unterstützte. Als dann dritte Marktteilnehmer mit der Frage auf uns zukamen, ob sie unsere Lösung für sich selbst nutzen können, war klar, dass wir hierfür ein eigenes Unternehmen gründen müssen, um Doozer dem Markt zur Verfügung stellen zu können.

 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Es gibt immer sowohl interne als auch externe Herausforderungen. Die Internen lagen zum einen in der Zusammenstellung eines engagierten Teams. Zum anderen war der Weg von der innovativen Idee hin zu einem nutzbaren Produkt, für das es keine Referenzen oder Vorlagen gibt, recht anspruchsvoll. Die größte externe Herausforderung, die wir deutlich unterschätzt haben, ist einfach die Dauer, in einer noch weitgehend analogen Branche, bis eine Entscheidung für ein innovatives Produkt getroffen wird. Trotzdem unsere Lösung nahezu alle Entscheider schnell überzeugt, dauert es einfach sehr lange, bis die Bereitschaft in großen Unternehmen da ist, bestehende Prozesse zu verändern.
Letztlich konnten wir bislang alle Stolpersteine aus dem Weg räumen, was natürlich unserem Team und auch unseren starken Partnern zu verdanken ist.

Die Investoren sind dabei namhafte Business Angels aus dem Berliner Startup-Umfeld sowie ausgewiesene Experten der Immobilienwirtschaft (u.a. Oliver Beste, Christian Vollmann, Felix von Saucken (Gesellschafter Engel&Völkers), Dirk Graber). Das schnell wachsende PropTech-Startup Doozer konnte zudem in 2017 eine Finanzierungsrunde über 3,5 Millionen Euro Venture Capital erfolgreich abschließen. Insgesamt flossen bisher ca. 5 Mio. Euro in unser junges Unternehmen. Unter den Investoren sind auffällig viele Brancheninsider und bekannte Angels wie Christian Vollmann, Felix Jahn, Kristofer Fichtner, Lukas Brosseder oder Dirk Graber. Mit innogy Ventures haben wir uns zusätzlich erstmals einen VC an Bord geholt.

 

Wer ist die Zielgruppe von Doozer?

Zu unseren Kunden zählen größere Bestandshalter, Wohnungsunternehmen, Immobilienverwalter, Asset Management Gesellschaften und Kommunen.

 

Wie funktioniert Doozer?

Doozer funktioniert einfach und schnell. Letztendlich besteht der gesamte Arbeitsaufwand darin, drei Schritte auszuführen:

1. Wohnungskonfiguration: Die Anwender wählen die zu sanierende Wohnung einfach aus. Die Flächen berechnet die Plattform mit Hilfe intelligenter Algorithmen anhand weniger Parameter, wie beispielsweise der Gesamtfläche und der Deckenhöhe voll automatisch.

2. Leistungskonfiguration: Die gewünschten Leistungen können im Anschluss angelehnt an praxisbewährte Onlineshop-Konzepte ausgewählt, konfiguriert und in den Warenkorb gelegt werden. Dazu zählt beispielsweise auch die Auswahl sämtlicher Materialien (z.B. Bodenbeläge) oder Produkte (z.B. Badausstattung).

3. Bestellscheinübersicht: Nach der Konfiguration der Sanierungsleistungen werden diese in der Bestellschein-Übersicht zusammengefasst. Je nach Sanierungsmaßnahme greifen hier unterschiedliche individuelle automatisierte Freigabeprozesse, die im Ergebnis dann die Beauftragung der angeschlossenen Generalunternehmer zur Folge haben. Die Preise der zusammengestellten Sanierungsleistungen werden dabei sofort angezeigt und im Zuge der Konfiguration in Echtzeit entsprechend angepasst.
Das ist im Grunde schon alles. Zusätzliche Features, wie der Mietpreisrechner oder die Auftragsadministration laufen dann nahezu vollautomatisch.

 

Welche Vorteile bietet Doozer? Wo liegt Ihr USP?

Doozer ist das erste und bislang einzige Technologieunternehmen, das die Zusammenstellung von Gewerbe übergreifenden Leistungen im Bereich des Innenausbaus und der Renovierung sowie deren Planung, Koordinierung und Abwicklung mit angebundenen Dienstleistungsunternehmen in einer Plattform vereint. Durch die Digitalisierung dieses Prozesses, ermöglicht Doozer in drei einfachen Schritten die Online-Beauftragung von Handwerkern. Die Einzelfallbearbeitung dauert so nur noch knapp eine Stunde anstatt mehrere Wochen. Durch die Verschlankung des Auftragsvergabeprozesses können die Wohnungen im Durchschnitt zu 40% schneller wieder vermietet werden. Ferner reduzieren sich die Baukosten durchschnittlich um 15% und die Aufwände für die Fallbearbeitung pro Mitarbeiter um 25%.

 

Doozer, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Neben dem Ausbau weiterer Features von Doozer, wie etwa dem Gewerbeausbau, der Abwicklung von Versicherungsschäden oder dem Zugang für den Privatkunden arbeiten wir vor allem an der Erweiterung des „Plattformgedankens“. Aus meiner Sicht gibt es im Markt mittlerweile eine Vielzahl sehr innovativer Einzellösungen, die in Summe ein ERP-System sinnvoll ergänzen oder in Teilen sogar ersetzen. Alle Beteiligten stehen aber beispielsweise in Bezug auf ERP-Schnittstellen und der Dominanz der großen Softwareanbieter vor den gleichen Herausforderungen. Ziel ist es daher, eine Plattform aufzubauen, die die verschiedensten Produkte und Lösungen miteinander verbindet.

 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Fangt einfach an! Man kann nicht alles durchplanen und es wird sich sowieso noch vieles ändern, was zu Beginn nicht vorhersehbar war. Viel zu viele gute Ideen bleiben in den Schubladen stecken.